Chemotherapie bei Hund und Katze
Eine Chemotherapie kann bei Krebserkrankungen von Hund und Katze die Lebenszeit verlängern und die Lebensqualität verbessern. Meist ist sie palliativ: Eine vollständige Heilung ist bei fortgeschrittenem Krebs selten möglich, das Tumorwachstum lässt sich aber bremsen. Weil Tiere niedrigere Dosen erhalten als Menschen, sind die Nebenwirkungen meist milder.
Erst die Diagnose, dann die Therapie
Vor jeder Entscheidung steht eine sichere Diagnose. Wir stellen sie anhand von Zellproben aus einer Feinnadelaspiration oder Gewebeproben aus einer Biopsie, untersucht in der Praxis oder im externen Labor. Bei vielen Tumoren ist zunächst eine Operation sinnvoll, siehe Tumorchirurgie.
Das passende Therapieprotokoll
Kommt eine Chemotherapie infrage, stimmen wir das Protokoll individuell ab. Wir berücksichtigen:
- die Tumorart, etwa ein Lymphom (Lymphdrüsenkrebs)
- den Gesundheitszustand und die Vorerkrankungen Ihres Tieres
- wie gut sich Ihr Tier behandeln lässt
- Ihre finanziellen Möglichkeiten
Mono- oder Polychemotherapie
- Monochemotherapie: ein einzelnes Medikament, teils als Tablette für zu Hause
- Polychemotherapie: mehrere Medikamente, viele davon als Infusion in der Praxis
Wie wirkt die Chemotherapie?
Die Medikamente (Zytostatika) stören die Zellteilung und bremsen so das Tumorwachstum. Sie wirken vor allem auf Gewebe, das sich schnell teilt. Deshalb betreffen Nebenwirkungen vor allem den Darm und das Knochenmark.
Mögliche Nebenwirkungen
- Durchfall und Erbrechen
- Übelkeit
- verminderte Zahl weißer oder roter Blutkörperchen
Haarausfall tritt bei Hund und Katze in der Regel nicht auf. Selten ergraut das Fell. Übelkeit und Erbrechen lassen sich meist gut mit Begleitmedikamenten behandeln. Verträgt Ihr Tier die Therapie nicht oder verschlechtert sich sein Zustand, können wir sie jederzeit beenden.
Regelmäßige Kontrollen
Während der Therapie sind regelmäßige Termine und Blutuntersuchungen nötig. Vor vielen Behandlungen prüfen wir das Blutbild, um sicherzugehen, dass die Gabe an diesem Tag unbedenklich ist.
Hygiene zu Hause
Chemotherapeutika werden in kleinen Mengen über Speichel, Urin, Kot und Erbrochenes ausgeschieden. Bitte beachten Sie:
- Tragen Sie beim Beseitigen von Ausscheidungen Handschuhe.
- Entsorgen Sie Abfälle in einem separaten Beutel.
- Leben Schwangere, Säuglinge oder kleine Kinder im Haushalt, besprechen Sie die Therapie vorher mit uns.
Häufige Fragen zur Chemotherapie
Verliert mein Hund bei der Chemo die Haare?
In der Regel nicht. Selten kann das Fell ergrauen.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Vor allem Durchfall, Erbrechen und veränderte Blutwerte. Sie sind bei Tieren meist milder als beim Menschen und gut behandelbar.
Kann die Chemotherapie meinen Hund heilen?
Meist ist sie palliativ: Sie soll Lebenszeit und Lebensqualität verbessern. Eine vollständige Heilung ist selten.
Worauf muss ich zu Hause achten?
Handschuhe beim Beseitigen von Ausscheidungen tragen und Abfälle separat entsorgen.
Kann die Therapie abgebrochen werden?
Ja, jederzeit, wenn Ihr Tier sie nicht verträgt oder sich sein Zustand verschlechtert.
Termin und Überweisung
Tierärztliche Kolleg*innen finden Informationen zur Überweisung unter Für Kolleg*innen.
Dr. Peter Schmidt und das Praxisteam beraten Sie gern persönlich – rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.