Magen-Darm-Chirurgie bei Hund und Katze
Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes können akut lebensbedrohlich sein oder chronische Beschwerden verursachen. Manche erfordern eine Operation, zum Beispiel ein verschluckter Fremdkörper, ein Darmverschluss oder eine Magendrehung. Ziel der Magen-Darm-Chirurgie ist, die normale Funktion des Verdauungstraktes wiederherzustellen, Schmerzen zu lindern und schwere Komplikationen zu verhindern.
Wann ist eine Operation am Magen-Darm-Trakt nötig?
Zu den häufigsten Gründen für eine Operation zählen:
- verschluckte Fremdkörper, etwa Spielzeug, Socken oder Knochen [Praxis prüfen]
- Magendrehung (Magendilatation-Volvulus, GDV)
- Darmverschluss (Ileus)
- Darmeinstülpung (Invagination)
- Darm- und Magentumoren – siehe auch Tumorchirurgie
- Durchbrüche (Perforationen) von Magen oder Darm
Ohne Behandlung drohen schwere Komplikationen wie ein Darmverschluss, eine Perforation oder eine Bauchfellentzündung (Peritonitis).
Symptome
Achten Sie bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze auf diese Anzeichen:
- Erbrechen
- Appetitlosigkeit
- Bauchschmerzen
- Durchfall oder fehlender Kotabsatz
- aufgeblähter Bauch
- deutlich reduziertes Allgemeinbefinden
Notfall Magendrehung
Ein plötzlich aufgeblähter Bauch, erfolgloses Würgen und Unruhe können auf eine Magendrehung hinweisen. Sie ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Bitte rufen Sie sofort an oder wenden Sie sich außerhalb unserer Sprechzeiten an den tierärztlichen Notdienst Leipzig. [Praxis prüfen]
Diagnostik
Neben der klinischen Untersuchung gehören in der Regel dazu:
In ausgewählten Fällen ergänzt eine Magen- und Darmspiegelung die Planung der Operation.
Operation und Nachsorge
Die Operation erfolgt in Allgemeinnarkose mit Narkoseüberwachung. Nach dem Eingriff überwachen wir Ihr Tier engmaschig, zum Beispiel in unserer Tagesstation. Wann und was Ihr Tier wieder fressen darf, besprechen wir genau mit Ihnen.
Prognose
Die Prognose hängt vor allem von drei Faktoren ab:
- der Grunderkrankung
- dem Allgemeinzustand des Patienten
- dem Zeitpunkt der Operation
Eine frühe Diagnose und eine zeitnahe Operation verbessern die Heilungsaussichten erheblich.
Häufige Fragen zur Magen-Darm-Chirurgie
Was tun, wenn mein Hund etwas verschluckt hat?
Rufen Sie uns oder Ihre Haustierarztpraxis sofort an. Wir klären mit Röntgen und Ultraschall, ob der Fremdkörper von allein abgeht oder entfernt werden muss. Bitte kein Erbrechen auslösen, ohne Rücksprache zu halten. [Praxis prüfen]
Woran erkenne ich eine Magendrehung?
An einem plötzlich aufgeblähten Bauch, erfolglosem Würgen und Unruhe. Es ist ein Notfall. [Praxis prüfen]
Wie wird ein Darmverschluss festgestellt?
Durch die klinische Untersuchung, Blutwerte sowie Röntgen und Ultraschall des Bauches.
Wie lange dauert die Erholung nach einer Darm-OP?
Das hängt von der Grunderkrankung und vom Allgemeinzustand ab. Den Nachsorgeplan besprechen wir individuell.
Was darf mein Hund nach der OP fressen?
In der Regel leicht verdauliches Futter in kleinen Portionen. Den genauen Fütterungsplan geben wir Ihnen mit. [Praxis prüfen]
Termin und Überweisung
Tierärztliche Kolleg*innen finden Informationen zur Überweisung unter Für Kolleg*innen.
Dr. Peter Schmidt und das Praxisteam beraten Sie gern persönlich – rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.