Feinnadelaspiration und Zytologie bei Hund und Katze
Die Feinnadelaspiration (FNA) ist ein schonendes, minimalinvasives Verfahren, um Zellen aus veränderten Geweben oder Organen zu gewinnen. Die anschließende Zelluntersuchung unter dem Mikroskop heißt Zytologie. Sie zeigt oft schnell, ob eine Veränderung entzündlich, reaktiv oder tumorös ist. In den meisten Fällen ist dazu keine Narkose nötig.
Wann ist eine Feinnadelaspiration sinnvoll?
Wir setzen die FNA ein, um Veränderungen schnell und gezielt abzuklären, zum Beispiel bei:
- Knoten und Umfangsvermehrungen der Haut oder Unterhaut
- vergrößerten Lymphknoten
- veränderten inneren Organen wie Leber oder Milz
- Flüssigkeitsansammlungen, etwa im Bauchraum
Das Ergebnis liefert wichtige Informationen für die weitere Diagnostik und Therapie, zum Beispiel vor einer Tumoroperation.
So läuft die Feinnadelaspiration ab
- Probenentnahme: Mit einer dünnen Kanüle gewinnen wir Zellen, entweder durch kurze stanzende Bewegungen oder durch Absaugen mit einer Spritze.
- Oberflächliche oder tiefe Veränderungen: Oberflächliche Knoten punktieren wir direkt. Proben aus inneren Organen entnehmen wir gezielt per Ultraschall.
- Aufbereitung: Das Material wird auf einen Objektträger aufgebracht, ausgestrichen und gefärbt.
- Auswertung: Wir beurteilen die Probe in unserem Praxislabor unter dem Mikroskop. Ist der Befund unklar, senden wir sie an das Zentrallabor der Universität Gießen.
Die Entnahme erfolgt meist am wachen Tier, höchstens unter leichter Sedierung.
Abklatschzytologie
Bei oberflächlichen, nässenden oder entzündeten Hautveränderungen reicht oft eine Abklatschzytologie. Dabei wird der Objektträger direkt auf die Hautstelle gedrückt. Auch eine entnommene Gewebeprobe lässt sich so auf den Objektträger aufbringen.
Feinnadelaspiration oder Biopsie?
Bei der FNA gewinnen wir nur einzelne Zellen, keine zusammenhängenden Gewebestücke. Trotzdem ist die Zytologie in vielen Fällen aussagekräftig. Bleibt der Befund unklar, folgt meist eine Biopsie mit feingeweblicher Untersuchung.
| Feinnadelaspiration | Biopsie | |
|---|---|---|
| Probe | einzelne Zellen | Gewebestück |
| Untersuchung | Zytologie | Histopathologie |
| Narkose | meist nicht nötig | je nach Ort lokal oder in Narkose |
| Ergebnis | oft am selben Tag [Praxis prüfen] | einige Tage (externes Labor) |
Häufige Fragen zur Feinnadelaspiration
Was ist eine Feinnadelaspiration beim Hund?
Die Entnahme von Zellen mit einer dünnen Nadel aus einem Knoten oder Organ. Die Zellen werden unter dem Mikroskop untersucht.
Braucht meine Katze dafür eine Narkose?
In den meisten Fällen nicht. Die Probe wird am wachen Tier oder unter leichter Sedierung entnommen.
Ist die Punktion schmerzhaft?
Die Nadel ist sehr dünn. Die meisten Tiere tolerieren die Entnahme gut, vergleichbar mit einer Impfung. [Praxis prüfen]
Wann liegt das Ergebnis vor?
Viele Proben beurteilen wir direkt im Praxislabor. Wird die Probe an ein externes Labor geschickt, dauert es einige Tage. [Praxis prüfen]
Was ist der Unterschied zur Biopsie?
Bei der Feinnadelaspiration werden nur Zellen gewonnen, bei der Biopsie ein Gewebestück.
Termin und Überweisung
Tierärztliche Kolleg*innen finden Informationen zur Überweisung unter Für Kolleg*innen.
Dr. Peter Schmidt und das Praxisteam beraten Sie gern persönlich – rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.