Larynxparalyse (Kehlkopflähmung) bei Hund und Katze

Endoskopieturm

Bei einer Larynxparalyse, der Kehlkopflähmung, öffnet sich der Kehlkopf beim Einatmen nicht mehr richtig. Betroffene Tiere atmen laut und röchelnd, sind schnell erschöpft und können in schweren Fällen akute Atemnot bekommen. Besonders häufig trifft es ältere Hunde großer Rassen. Mit einer Operation, dem sogenannten „Larynx-Tie-back“, können die meisten Patienten wieder deutlich freier atmen.

Was ist eine Larynxparalyse?

Die Larynxparalyse ist eine Erkrankung der oberen Atemwege. Normalerweise öffnen sich die Stellknorpel des Kehlkopfes bei jedem Atemzug. Bei einer Kehlkopflähmung bleiben sie beim Einatmen weitgehend geschlossen. Die Atemwege sind dadurch eingeengt, und die Belastbarkeit sinkt.

Welche Tiere sind betroffen?

  • vor allem ältere Hunde großer Rassen, zum Beispiel Labrador Retriever [Praxis prüfen]
  • seltener Tiere nach Verletzungen im Halsbereich
  • selten Tiere mit angeborenen Veränderungen
  • bei der Katze kommt die Erkrankung nur selten vor [Praxis prüfen]

Symptome einer Kehlkopflähmung beim Hund

Die Beschwerden beginnen oft schleichend und werden mit der Zeit stärker. Typische Anzeichen sind:

  • zunehmend lautes, röchelndes Atemgeräusch (Stridor)
  • verminderte Leistungsfähigkeit und schnelle Erschöpfung
  • starkes Hecheln
  • veränderte, heisere Stimme beim Bellen
  • Husten oder Würgen beim Fressen und Trinken

In schweren Fällen kann es zu akuter Atemnot mit lebensbedrohlichem Sauerstoffmangel kommen. Hitze, Stress und Anstrengung verstärken die Beschwerden. Ringt Ihr Hund nach Luft oder verfärben sich Zunge und Schleimhäute bläulich, ist das ein Notfall. Melden Sie sich dann sofort bei uns. Außerhalb unserer Sprechzeiten hilft Ihnen der tierärztliche Notdienst Leipzig.

Diagnose der Larynxparalyse

Den ersten Verdacht ergibt die klinische Untersuchung. Bestätigt wird die Diagnose durch eine Kehlkopfuntersuchung in leichter Narkose: Dabei beurteilen wir direkt, wie sich der Kehlkopf beim Atmen bewegt.

Ergänzend können weitere Untersuchungen nötig sein, um mögliche Grunderkrankungen zu erkennen, zum Beispiel ein Röntgen der Lunge oder eine Endoskopie der Atemwege. Auch Herzerkrankungen können Husten und Leistungsschwäche verursachen; diese grenzen wir in unserer kardiologischen Sprechstunde ab.

Behandlung: konservativ oder Operation?

Konservative Maßnahmen bei milden Verläufen

Bei leichten Beschwerden können folgende Maßnahmen die Symptome vorübergehend lindern:

  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • Vermeidung von Hitze und Stress
  • angepasste körperliche Belastung, zum Beispiel Geschirr statt Halsband [Praxis prüfen]

Operation: Larynx-Tie-back (Aryknorpellateralisation)

Besteht eine deutliche Einengung der Atemwege, ist die Operation die Therapie der Wahl. Bei der unilateralen Aryknorpellateralisation, dem „Larynx-Tie-back“, wird eine Kehlkopfseite dauerhaft in geöffneter Position fixiert. Die Atemwege werden dadurch deutlich erweitert.

Der Eingriff erfolgt in Allgemeinnarkose mit lückenloser Narkoseüberwachung. Nach der Operation können die meisten Patienten wieder deutlich freier atmen und gewinnen viel Lebensqualität zurück.

Nachsorge und Prognose

Nach der Operation ist das Risiko etwas erhöht, dass Futter oder Flüssigkeit in die Luftröhre gelangen (Aspiration). Deshalb sind zwei Dinge entscheidend:

  • angepasste Fütterung: Wir zeigen Ihnen, wie und was Sie füttern sollten.
  • sorgfältige Nachsorge mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen

Mit konsequenter Nachbehandlung ist die Langzeitprognose bei den meisten Hunden sehr gut.

Häufige Fragen zur Kehlkopflähmung

An einem lauten, röchelnden Atemgeräusch, schneller Erschöpfung, starkem Hecheln, einer veränderten Stimme sowie Husten oder Würgen beim Fressen und Trinken.

Vor allem ältere Hunde großer Rassen. Seltener entsteht eine Larynxparalyse nach Verletzungen oder ist angeboren.

Bei akuter Atemnot ja. Dann droht ein lebensbedrohlicher Sauerstoffmangel, und Ihr Hund muss sofort tierärztlich versorgt werden.

Eine Operation, bei der eine Kehlkopfseite dauerhaft in geöffneter Position fixiert wird. Fachbegriff: unilaterale Aryknorpellateralisation.

Vor allem auf eine angepasste Fütterung, weil das Risiko für das Verschlucken leicht erhöht ist. Regelmäßige Kontrollen gehören dazu.

Termin und Überweisung

Ihr Hund atmet laut oder ist weniger belastbar? Tierärztliche Kolleg*innen finden Informationen zur Überweisung unter Für Kolleg*innen.

Dr. Peter Schmidt
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