Kastration aus medizinischen Gründen bei Hund und Katze
In unserer Überweisungspraxis in Leipzig kastrieren wir Hunde und Katzen ausschließlich, wenn ein medizinischer Grund vorliegt. Das ist zum Beispiel bei einer Gebärmuttervereiterung (Pyometra), bei Tumoren oder bei einem Hoden der Fall, der im Bauch geblieben ist. Bei der Hündin können wir den Eingriff in vielen Fällen minimalinvasiv per Schlüssellochtechnik (Laparoskopie) durchführen.
Was ist eine Kastration?
Bei einer Kastration werden die hormonbildenden Keimdrüsen chirurgisch entfernt. Je nach Geschlecht und Grunderkrankung unterscheidet man:
- Orchiektomie: Entfernung der Hoden beim Rüden und Kater
- Ovariektomie: Entfernung der Eierstöcke bei der Hündin und Katze
- Ovariohysterektomie („Totaloperation“): Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter, zum Beispiel bei einer Pyometra
In unserer Praxis ist die Kastration immer Teil eines individuell abgestimmten Therapiekonzeptes.
Kastration oder Sterilisation – was ist der Unterschied?
Bei einer Sterilisation werden nur die Samen- oder Eileiter durchtrennt. Die Keimdrüsen bleiben erhalten und bilden weiter Hormone. Bei hormonabhängigen Erkrankungen hilft deshalb nur die Kastration. [Praxis prüfen]
Wann ist eine Kastration medizinisch notwendig?
Zu den häufigsten Gründen für eine Kastration bei Hund und Katze zählen:
- Gebärmuttervereiterung (Pyometra): eine eitrige Entzündung der Gebärmutter, die schnell lebensbedrohlich werden kann [Praxis prüfen]
- Tumorerkrankungen der Hoden, Eierstöcke oder Gebärmutter – mehr dazu unter Tumorchirurgie
- Hodentorsion: ein verdrehter Hoden
- Kryptorchismus: ein oder beide Hoden sind nicht in den Hodensack abgestiegen („Bauchhoden“ oder „Hoden im Bauch“)
- Ovarialzysten: Zysten an den Eierstöcken
- Hormonabhängige Erkrankungen, zum Beispiel ein Dammbruch beim Rüden (siehe Hernien-OP)
- Ausgeprägte Scheinträchtigkeit, wenn sie die Hündin klinisch stark belastet
Typische Anzeichen einer Pyometra sind vermehrtes Trinken, Ausfluss aus der Scheide, Fieber und Mattigkeit. Bitte stellen Sie Ihr Tier dann umgehend vor. [Praxis prüfen]
Wie läuft die Kastration ab?
Vor jedem Eingriff untersuchen wir Ihr Tier gründlich. Je nach Befund gehören dazu eine Blutuntersuchung und ein Bauchultraschall.
Kastration beim Rüden und Kater
Die Hoden werden über einen kleinen chirurgischen Zugang entfernt. Liegt ein Hoden im Bauch, muss er über die Bauchhöhle entfernt werden. Das gelingt beim Rüden häufig per Schlüssellochtechnik.
Kastration bei der Hündin und Katze
Die Eierstöcke oder Eierstöcke und Gebärmutter werden über einen Zugang zur Bauchhöhle entfernt. Welche Organe entfernt werden, hängt von der Grunderkrankung ab.
Laparoskopische Kastration (Schlüssellochtechnik)
Bei der Hündin und beim Rüden mit Bauchhoden ist die Kastration in vielen Fällen minimalinvasiv möglich. So gehen wir vor:
- Die Bauchhöhle wird mit Gas aufgefüllt, damit Platz für Kamera und Instrumente entsteht.
- Über wenige kleine Hautschnitte führen wir ein Endoskop mit Kamera und die Instrumente ein.
- Unter Sicht auf dem Monitor entfernen wir die Eierstöcke beziehungsweise den Bauchhoden.
Im Vergleich zur offenen Operation sind die Wunden kleiner, und die meisten Tiere erholen sich schneller. Mehr zu unserer Technik lesen Sie unter Endoskopie.
Narkose, Sicherheit und Nachsorge
Jede Kastration erfolgt in Allgemeinnarkose. Während des Eingriffs überwachen wir Herz, Kreislauf und Atmung Ihres Tieres lückenlos per Monitor (mehr unter Narkose und Narkoseüberwachung). Nach der Operation erholt sich Ihr Tier in unserer Tagesstation.
Für die Zeit danach geben wir Ihnen eine Anleitung zu Wundkontrolle, Schonung und Kontrollterminen mit.
Prognose nach der Kastration
Die Prognose richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. Durch die gezielte chirurgische Behandlung erreichen wir meistens eine dauerhafte Beschwerdefreiheit. Die Lebensqualität Ihres Tieres verbessert sich so nachhaltig.
Häufige Fragen zur Kastration
Wann ist eine Kastration bei Hund oder Katze medizinisch notwendig?
Zum Beispiel bei einer Gebärmuttervereiterung, bei Tumoren, bei einem Bauchhoden, einer Hodentorsion, Ovarialzysten oder hormonabhängigen Erkrankungen.
Was ist eine Pyometra?
Eine Pyometra ist eine eitrige Entzündung der Gebärmutter. Sie kann lebensbedrohlich werden und wird in der Regel durch eine Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter behandelt. [Praxis prüfen]
Was passiert, wenn der Hoden im Bauch bleibt?
Ein Bauchhoden entartet häufiger zu einem Tumor als ein normal liegender Hoden. Deshalb raten wir meist zur Entfernung, beim Rüden oft per Schlüssellochtechnik. [Praxis prüfen]
Welche Vorteile hat die Schlüssellochkastration?
Kleinere Wunden und eine meist schnellere Erholung als bei der offenen Operation.
Kastrieren Sie auch ohne medizinischen Grund?
Nein. Als Überweisungspraxis kastrieren wir nur bei medizinischer Indikation. Bei einer Routinekastration hilft Ihnen Ihre Haustierarztpraxis weiter. [Praxis prüfen]
Termin und Überweisung
Sie möchten Ihr Tier vorstellen? Tierärztliche Kolleg*innen finden Informationen zur Überweisung unter Für Kolleg*innen.
Dr. Peter Schmidt und das Praxisteam beraten Sie gern persönlich – rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.