Bullaosteotomie – Operation bei chronischer Mittelohrentzündung
Die Bullaosteotomie ist eine Operation am Mittelohr von Hund und Katze. Sie hilft, wenn eine chronische Mittelohrentzündung (Otitis media) trotz konsequenter Behandlung mit Medikamenten nicht ausheilt oder wenn Polypen und anderes verändertes Gewebe entfernt werden müssen. Ziel ist, das Mittelohr vollständig zu sanieren und Schmerzen sowie wiederkehrende Infektionen dauerhaft zu beseitigen.
Wie entsteht eine Mittelohrentzündung?
Meist entwickelt sie sich aus einer langanhaltenden Entzündung des äußeren Gehörgangs. Keime gelangen dann über ein geschädigtes Trommelfell ins Mittelohr. Seltener sind diese Ursachen:
- aufsteigende Infektionen aus dem Nasen-Rachen-Raum
- Wucherungen, zum Beispiel entzündliche Polypen, die bei Katzen häufiger vorkommen [Praxis prüfen]
Viele Ohrpatienten haben eine Allergie als Grunderkrankung. Diese klären wir in unserer Hautsprechstunde ab. [Praxis prüfen]
Symptome einer Mittelohrentzündung
- wiederkehrende Ohrentzündungen
- Schmerzen am Ohr oder Kopf
- Kopfschiefhaltung
- Gleichgewichtsstörungen
- neurologische Ausfälle wie eine Gesichtsnervenlähmung
Diagnostik vor der Operation
Vor einer Operation untersuchen wir das Ohr umfassend:
- Otoskopie (Ohrspiegelung) – mehr unter Endoskopie
- bildgebende Verfahren wie das Röntgen des Kopfes
- mikrobiologische Untersuchung des Ohrsekrets – siehe Bakteriologische Untersuchung
Behandlung: Medikamente oder Operation?
In frühen oder unkomplizierten Stadien reicht oft eine gezielte konservative Therapie mit Ohrspülungen und Medikamenten. Liegen jedoch chronische Veränderungen vor oder ist keine vollständige Ausheilung mehr zu erwarten, ist die Bullaosteotomie die Therapie der Wahl.
Ventrale und laterale Bullaosteotomie
Je nach Grunderkrankung wählen wir einen von zwei Zugängen:
- Ventrale Bullaosteotomie: Zugang über die Unterseite des Schädels
- Laterale Bullaosteotomie (TECA-LBO): kombiniert mit der Entfernung des äußeren Gehörgangs, siehe TECA – Gehörgangsentfernung
Während der Operation entfernen wir entzündetes Gewebe und reinigen die Paukenhöhle gründlich. Der Eingriff erfolgt in Allgemeinnarkose mit Narkoseüberwachung.
Prognose
In den meisten Fällen lassen sich Schmerzen, chronische Infektionen und neurologische Begleiterscheinungen dauerhaft beseitigen.
Häufige Fragen zur Bullaosteotomie
Wann ist eine Bullaosteotomie nötig?
Wenn eine chronische Mittelohrentzündung trotz Medikamenten nicht ausheilt oder Polypen und verändertes Gewebe im Mittelohr entfernt werden müssen.
Woran erkenne ich eine Mittelohrentzündung beim Hund?
An wiederkehrenden Ohrentzündungen, Schmerzen, Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen oder einer Gesichtsnervenlähmung.
Was ist der Unterschied zwischen ventraler und lateraler Bullaosteotomie?
Die ventrale wird über die Unterseite des Schädels durchgeführt. Die laterale wird mit der Entfernung des äußeren Gehörgangs (TECA) kombiniert.
Haben Katzen häufiger Polypen im Ohr?
Ja, entzündliche Polypen im Mittelohr kommen bei Katzen häufiger vor als bei Hunden. Sie lassen sich mit einer Bullaosteotomie gut entfernen. [Praxis prüfen]
Wie lange dauert die Genesung?
Das hängt vom Zugang und von der Grunderkrankung ab. Den Nachsorgeplan besprechen wir individuell mit Ihnen.
Termin und Überweisung
Tierärztliche Kolleg*innen finden Informationen zur Überweisung unter Für Kolleg*innen.
Dr. Peter Schmidt und das Praxisteam beraten Sie gern persönlich – rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.